Altes Schnittmuster, auf Transparentpapier neu gezeichnet

Schematherapie in Wien

Manche Probleme ziehen sich wie ein roter Faden durch das Leben: Sie geraten immer wieder in ähnliche Beziehungen, reagieren in bestimmten Situationen heftiger, als Sie möchten, oder kommen gegen eine strenge innere Stimme nicht an. Oft verstehen Sie längst, woher das kommt, und trotzdem ändert sich wenig. Hier setzt die Schematherapie an. In meiner Praxis beim Hauptbahnhof in 1100 Wien verbinde ich sie mit der Verhaltenstherapie.

Was ist Schematherapie?

Die Schematherapie wurde von Jeffrey Young als Weiterentwicklung der kognitiven Verhaltenstherapie entwickelt. Sie geht davon aus, dass Menschen früh im Leben Grundbedürfnisse haben: nach sicherer Bindung, Anerkennung, Selbstbestimmung, Spiel und klaren Grenzen. Bleiben diese Bedürfnisse zu lange unerfüllt, entstehen Schemata: tief verankerte Muster aus Gedanken, Gefühlen, Körperempfindungen und Erinnerungen. Im Erwachsenenalter werden sie durch bestimmte Situationen ausgelöst und führen zu Reaktionen, die früher sinnvoll waren, heute aber schaden.

In der Therapie arbeiten wir mit inneren Anteilen, den sogenannten Modi: zum Beispiel dem verletzlichen Kind, dem strengen inneren Kritiker, Bewältigungsmustern wie Rückzug oder Überanpassung und dem gesunden Erwachsenen, den wir gemeinsam stärken. Ausführlich im Blog: Was ist Schematherapie? →

Wann Schematherapie hilft

  • Persönlichkeitsstörungen: etwa Borderline, narzisstische, vermeidende oder abhängige Muster. Für die Borderline-Persönlichkeitsstörung ist die Wirksamkeit besonders gut belegt.
  • Chronische oder wiederkehrende Depressionen
  • Ängste und Zwänge, wenn eine Standardbehandlung nicht ausgereicht hat
  • Starke Selbstkritik, Scham und geringer Selbstwert
  • Wiederkehrende Beziehungsmuster
  • Folgen emotionaler Vernachlässigung und Bindungstrauma Traumatherapie →

Wie ich arbeite

Grundlage ist die Verhaltenstherapie. Die Schematherapie ergänze ich, wenn Probleme tief in der Lebensgeschichte verwurzelt sind und Verstehen allein nicht reicht. Dauerhafte Veränderung entsteht dann vor allem über das emotionale Erleben. Deshalb arbeiten wir regelmäßig mit emotionsaktivierenden Übungen, wie es Jeffrey Young empfohlen hat: mindestens in jeder zweiten Einheit.

  • Imaginationsübungen: Wir gehen in belastende Erinnerungen und verändern sie in der Vorstellung so, dass Ihre Bedürfnisse von damals zu ihrem Recht kommen (Imagery Rescripting).
  • Stuhldialoge: Innere Anteile bekommen einen eigenen Platz. So wird etwa der innere Kritiker greifbar und lässt sich in die Schranken weisen.
  • Rollenspiele: Wir üben schwierige Situationen und neue Reaktionen, bevor Sie sie im echten Leben ausprobieren.
  • Die therapeutische Beziehung: Sie ist selbst ein Teil der Behandlung. Ich biete Halt und Orientierung und spreche offen an, wenn sich alte Muster zwischen uns zeigen.
  • Hausübungen: Zwischen den Einheiten verankern Sie das Neue im Alltag und ersetzen alte Bewältigungsmuster Schritt für Schritt durch neue Verhaltensweisen.

Bei starker Selbstkritik ergänze ich die Arbeit oft um Achtsames Selbstmitgefühl.

Ablauf

  1. Erstgespräch: Wir besprechen Ihr Anliegen und klären, ob Schematherapie für Sie passt.
  2. Verstehen: Anhand Ihrer Lebensgeschichte, einer genauen Analyse aktueller Situationen, gezielter Fragen und Imaginationsübungen arbeiten wir Ihre Schemata und Modi heraus und entwickeln daraus ein gemeinsames Modell.
  3. Emotionale Veränderung: Mit Imagination, Stuhldialogen, Rollenspielen und der therapeutischen Beziehung verändern wir die Muster dort, wo sie entstanden sind.
  4. Veränderung im Alltag: Mit Hausübungen erproben Sie neue Wege in Beziehungen, im Beruf und im Umgang mit sich selbst.

Meine Ausbildung

Ich habe das Curriculum Schematherapie am Institut für Schematherapie Wien (IST Wien) bei Dr. Schosser absolviert. Dazu kommen jahrelange Erfahrung in der Psychiatrie, unter anderem auf einer Station für Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung, sowie Ausbildungen in DBT und EMDR. Lebenslauf →

In der Praxis oder online

Wie jede Psychotherapie ist auch Schematherapie online möglich, wenn es dafür gute Gründe gibt. Einzelne Termine online sind kein Problem, und Imaginationsübungen gelingen online sehr gut. Stuhldialoge funktionieren vor Ort besser. Findet der Großteil der Therapie online statt, kann die Wirksamkeit leiden.

Kosten

Eine Einheit dauert 50 Minuten und kostet € 125. Schematherapie ist bei mir Teil der Verhaltenstherapie, deshalb leistet Ihre Krankenkasse einen Zuschuss. Kosten und Kassenzuschuss →

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zur Verhaltenstherapie?

Die Schematherapie ist eine Weiterentwicklung der Verhaltenstherapie. Sie schaut stärker auf die Lebensgeschichte, auf Gefühle und auf die therapeutische Beziehung. Bei mir sind beide Teil derselben Behandlung.

Muss ich viel über meine Kindheit sprechen?

Wir schauen uns an, woher Ihre Muster kommen, aber immer mit Blick auf Ihr Leben heute. Wie viel Raum die Vergangenheit bekommt, hängt von Ihrem Anliegen ab.

Wie lange dauert eine Schematherapie?

Meist länger als eine kurze Verhaltenstherapie, weil tief verwurzelte Muster Zeit brauchen. Bei Persönlichkeitsstörungen rechnen wir eher mit ein bis zwei Jahren.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Schematherapie ist bei mir Teil der Verhaltenstherapie, deshalb leistet Ihre Krankenkasse einen Zuschuss.

Ist Schematherapie auch online möglich?

Teilweise. Einzelne Termine online sind kein Problem, Imaginationsübungen gelingen auch online sehr gut. Stuhldialoge funktionieren vor Ort besser, und findet der Großteil online statt, kann die Wirksamkeit leiden.

Kontakt

Telefon: 0660 437 97 81 · E-Mail: daniel.weigl@verhaltenstherapeut.wien