Psychotraumatologie im 21. Jahrhundert: Die Integration von Gedächtnisstörung, Bindungsdynamik und neurobiologischer Konstitution

Die zeitgenössische klinische Psychologie und Psychiatrie stehen vor einer paradoxen Herausforderung: Während der Begriff „Trauma“ in den letzten Jahren einen beispiellosen Einzug in den allgemeinen Sprachgebrauch gehalten hat, ist seine wissenschaftliche Trennschärfe zunehmend erodiert. In der öffentlichen Debatte wird beinahe jede Form von emotionalem Unbehagen oder aversiver Lebenserfahrung als traumatisches Erleben etikettiert, was die Gefahr […]

Die Entzauberung des Gefühls: Warum wir Gefühle brauchen, aber ihnen nicht alles glauben sollten.

Diesmal möchte ich etwas aus einem psychotherapeutischen Kerngebiet bringen und über Gefühle schreiben. Ich beginne mit einem Erlebnis, wie es vielen meiner PatientInnen in meiner Wiener Praxis berichten könnten: Franziska sitzt in der wöchentlichen Projektrunde. Eigentlich ist es ein Termin wie jeder andere, doch während ihr Kollege die neuen Quartalszahlen präsentiert, passiert es: Die Luft […]

Dimensionen statt Diagnosen: Ein Fragebogen, der eine andere Sichtweise auf Neurodiversität ermöglichen soll

Die Vision und das Konzept des FFDN In meiner täglichen Arbeit als Psychotherapeut drängt sich mir eine Erkenntnis immer wieder auf: Die starren Kategorien, in die wir menschliches Erleben pressen, stoßen an ihre Grenzen. Wenn wir über Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) oder die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) sprechen, herrscht oft noch ein dichotomes Verständnis vor: Man „hat“ es oder […]

Psychische Störungen neu gedacht

Jenseits der Couch: Warum wir Psychotherapie heute größer als Freud denken müssen Aller Anfang ist schwer. So habe ich beschlossen, dass es wohl am sinnvollsten ist, zum Start dieses Blogs zunächst einmal mein psychotherapeutisches Menschenbild zu beschreiben. Ich hoffe, dadurch die Auswahl der weiteren Themen des Blogs nachvollziehbar zu machen und auch potentiellen PatientInnen einen […]